Schon vor tausenden von Jahren fertigten die Menschen Schriftzeichen und Bilder, zum Beispiel in Form von Malereien in Höhlen, an Kultstätten und anderen markanten Orten. Offensichtlich liegt es in der Natur des Menschen, sich auf kreativem Weg zu verewigen.
Der Initiator
Die Geschichte des modernen Graffiti begann Anfang der 70er Jahre, als ein New Yorker Botenjunge mit einem Freund darum wettete, wer seinen Namen häufiger innerhalb der Stadt hinterlassen könne. Der Botenjunge Dimitrios schrieb sein Synonym Taki 183 so oft an Wände, Zäune und Stromkästen, dass ein Redakteur der New York Times darauf aufmerksam wurde und einen Bericht über den mysteriösen Schriftzug verfasste.
Bunte Wände überall
Infolge dieses Ereignisses waren kurz darauf sämtliche dicken Filzstifte und Marker in der Stadt vergriffen und viele Jugendliche fingen an ihren Künstlernamen zu taggen. Allmählich wurden die Namenszüge immer größer und aufwendiger und man griff zu Sprühdosen, um großflächig mehrfarbige Motive gestalten zu können. Wenig später wurden die U- und S-Bahnen zu mobilen Leinwänden, wodurch die Graffitis viel Aufmerksamkeit erhielten.
Siegeszug des Graffiti
Anfang der 80er Jahre schwappte die Graffitiwelle durch Filme wie Wild Style und Beatstreet dann auch über den großen Teich und erste Bilder tauchten in ganz Europa auf. Viele Sprüher organisierten sich zunehmend in kleinen Gruppen und malten außer ihrem individuellen Schriftzug auch einen gemeinsamen Crew-Namen. In den 90ern etablierte sich neben Graffiti auch Street- und Stencil-Art im öffentlichen Stadtbild. Einer der bekanntesten Vertreter ist der Brite Banksy, welcher in seinen Werken politische und sozialkritische Themen verarbeitet. Mittlerweile sind seine Werke auch in Galerien und Museen zu sehen und ein echter Banksy steigert den Wert der Immobilie. Graffiti gilt heute als eine etablierte und ausdrucksstarke Kunstform.
